"Der Gerresheimer" - Ausagbe 04.05.2011
Aktuelles - Berichte
Allgemein
 


Wenn man ihn trifft, zum Beispiel im Caffé Italiano am Neusser Tor, muss man Stenografie können. Denn der 61-Jährige hat viel zu erzählen, und das in einem guten Tempo. Wie waren denn die Anfänge seiner Vorstandsarbeit? „Ganz ehrlich? Die Fahrt ins Blaue und die Seniorenweihnachtsfeier – das war mir einfach zu wenig.“ Dann kommt so ein Spruch, der kann nur von ihm sein. „Da haben wir uns auf die Straße besonnen.“ Gemeint ist das Benefiz-Grillfest, das die Gerresheimer Jonges auf dem Aloys-Odenthal-Platz organisierten. Zweihundert Leute kamen und es wurde ein toller Erfolg, auch wenn man mittlerweile die Fußgängerzone am Neusser Tor als Ort bevorzugt. Diese Tradition führen die Jonges in diesem Jahr fort, und zwar am 19. August.

Das Datum steht fest, das Ziel ist eine Überraschung: Am 3. September bricht der Verein zu seiner Fahrt ins Blaue auf. In diesem Zusammenhang hat Jürgen Braun mit kuriosen Umständen zu kämpfen, die allerdings nicht zum Lachen sind. „Wir ermöglichen natürlich immer auch Bürgern die Mitreise, die es sich nicht oder nur schwer leisten könnten zu bezahlen.“ 30-50 sind das jedes Jahr von insgesamt 180-200. Aber woher bekommt man die Information? „Der Datenschutz macht uns in letzter Zeit schon zu schaffen.“ Natürlich überweisen die Jonges mit ihren rund 250 Mitgliedern auch Spendengelder an Institutionen, 5000 Euro im vergangenen Jahr. „Die Empfänger sind zum Beispiel das Netz gegen Armut, das Regenbogenland, die Bürgerstiftung, die Lebenshilfe, das Zentrum plus und die Jugendeinrichtung Heyebad.“ Was ihm in letzter Zeit auffällt, ist, dass es nicht nur eine zunehmende finanzielle Bedürftigkeit gibt. „Es gibt immer mehr Menschen, die sich in den eigenen vier Wänden einsam fühlen.“

Für ihre Arbeit brauchen die Jonges ein breit aufgestelltes Team. Erst kürzlich haben sie ihren Vorstand neu gewählt: Der neue Stellvertreter des Vorsitzenden heißt Karl-Heinz Haberlau. Hajo Heurs bleibt Schatzmeister, seine neue Stellvertreterin ist Gabriele Braun. Hans Gräwe wurde zum neuen Geschäftsführer gewählt, Ulli Keller zu seiner Vertreterin. Die Eheleute Aretz, die nicht mehr kandidierten, wurden für ihren unermüdlichen Einsatz zu Ehrenmitgliedern gewählt. Für den Chef des Vereins, Jürgen Braun, ist Helfen persönlich keine außergewöhnliche Freizeitbeschäftigung „Wir waren immer sozial und diese Aufgabe kannst du nur übernehmen, wenn das von Herzen kommt.“ Eine Fähigkeit aber geht ihm ab. Nach Hause zurückkehren und die Beine hoch legen – "das ist nichts für mich.“ Deshalb findet er auch diese Eigeninitiative vorbildlich: Den Blick auf die gesamte Organisation Gerresheimer Jonges wirft eine DVD, die der Heimatfreund Wolfgang Brauer erstellt hat, 45 Minuten über die Jahre 1953 bis 2011. Für fünf Euro kann sie beim Vorstand bezogen werden, der sich jeden zweiten Donnerstag im Jägerhof ab 19 Uhr trifft, oder generell im „Jägerhof“ am Kölner Tor.

Einen Traum hat der Baas noch. „Was mir in Gerresheim fehlt, ist ein Ding, an dem wirklich alle aus dem Stadtteil mitziehen, zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt.“ schrö
Bild: Der Gerresheimer - schrö
Jürgen Braun denkt nur ans Geldverdienen. Natürlich nicht für sich. Sondern für die Gerresheimer Jonges. Und eigentlich auch nicht für sie, sondern für Menschen im Stadtteil, die Unterstützung aus den unterschiedlichsten Gründen nötig haben. Jürgen Braun treibt den Heimatverein voran, mittlerweile im 14. Jahr als Vorsitzender.
Gerresheimer Jonges: Engagiert für Leib und Seele des Stadtteils